Ensemble Alexandre

Das Ensemble Alexandre besteht aus 3 Mitgliedern, neben mir sind das Christoph Lahme, Harmonium und Sarah Günnewig an der Harfe.
Das gemeinsame Interesse an dem Druckwindharmonium führte Christoph Lahme und mich zusammen, wir musizierten, und suchten nach einer abwechslungsreichen Kammermusikbesetzung. Nachdem eigentlich zunächst ein Ensemble mit Klavier und Harmonium angedacht war, scheiterte dies vor allem an der Tatsache, dass es unglaublich schwer ist, Klavier und Harmonium auf gleiche Tonhöhe zu bringen, da die Konzertflügel je nach Ort zwischen 440 und 443 Hz schwanken, wohingegen ein Harmonium mehrere Hz durch Wechsel der Luftfeuchte schafft…
Für unser CD-Projekt haben wir darum das Programm geändert und eine Harfenistin eingeladen, die soviel Freude an der Musik hatte, dass wir sie nun stolz als Triomitglied begrüßen können.

Der Name Ensemble Alexandre ist eine Ehrerweisung an den französischen Harmoniumbauer Alexandre, der von den 30er Jahren des 19. Jh. bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts über 130.000 Instrumente produzierte, darunter ganz schlichte Orgues a Cent Francs, bis hin zu Saloninstrumenten und Konzertmodellen. Wir haben nun 4 Instrumente des Herstellers zur Verfügung, die wir je nach Bedarf einsetzen können.

Das abgebildete Harmonium ist aus den 1870er Jahren und hat folgende Disposition (v.l.n.r.)

Sourdine ou lointaine – Forté Bourdon – Percussion ou Cor Anglais

Grand Jeux – Expression

Percussion ou Flute – Clarinette – Forté – Tremolo

Sowohl vom Äusseren Erscheinungsbild als auch von der Disposition (Mit Percussion) und Klang her handelt es sich um ein Instrument de Salon- Ein typisches Salonharmonium, mit eher dezentem Klang, nicht auf Kraft und Lautstärke ausgerichtet. Dadurch ist es prädestiniert für die Begleitung und das Ensemblespiel. Die Percussionsmechanik gewährleistet gute Ansprache der Zungen auch bei virtuosem Spiel.

Neben dem 2-Spiel habe ich mir (eigentlich zu Testzwecken) ein kleines Alexandre-Harmonium gekauft (siehe Bild oben), restauriert von einem Kenner. Dieses hat einen so edlen Klang, das ich es nie wieder hergeben möchte. Vielleicht kann ich in nächster Zeit ein Klangbeispiel veröffentlichen. Es wurde (laut Restaurator) für den englischen Markt hergestellt (der tiefste Ton ist nicht C, sondern F). Aufgrund der 4 Oktaven und der ungeteilten Windlade ist es jedoch weniger für Begleitung geeignet. Der unglaublich edle und sonore Klang prädestiniert es als Solostimme.

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